Am 12.03.2026 erhielt der NaWi-Kurs der 10.Klassen sowie die Astronomie-AG unserer Schule einen Vortrag als Preis für die Teilnahme bei dem Wettbewerb „Physik im Advent“. Dieser begann 14.00 Uhr und wurde von Dr. Richard Bräuckner, ehemaliger Leiter des Schülerlabors in Köln für Luft- und Raumfahrt, gehalten. Bevor er dort 20 Jahre tätig war, studierte er Biologie, Chemie und Physik. Regelmäßig hält Herr Dr. Bräuckner Vorträge, ob digital oder analog, und für uns referierte er zu der Leitfrage „Sind wir alleine im Universum?“ – eine Frage, die schon seit mehr als 2000 Jahren besteht.
Wissenschaftler suchen seit Jahren nach „Super-Erden“, wie z.B. die Gliese 468b, und versuchen zu erforschen, ob diese habitabel wären. Das genannte Beispiel wäre z.B. nicht ideal für Lebewesen wie uns, da sie zu heiß ist, eine zu starke Gravitationskraft besitzt und regelmäßige Stürme erlebt. So geht es vielen dieser sogenannten „Super-Erden“, die wir somit als Lebensräume für uns und/oder uns ähnlichen Lebewesen ausschließen könnten. Aber auch auf bekannteren Planeten, wie z.B. dem Mars, wurde nach außerirdischem Leben gesucht. Bei genaueren Tests besteht jedoch das einzige „außerirdische“ Leben dort Gestein und andere organische Verbindungen. D.h. die vielen Artikel oder Berichte, die wir zum Thema Leben auf anderen Planeten unseres Sonnensystems lesen oder sehen, sind reine Schlagzeilen und teils Verschwörungstheorien, ohne feste Beweise.
Vielleicht sollten wir jedoch erstmal definieren, was Leben überhaupt ist. Für diese Antwort führte uns Dr. Bräuckner verschiedene Ansätze näher aus. Manche meinen, Leben sei alles, was Nahrung aufnimmt, verdaut und ausscheidet. Andere richten sich nach den Merkmalen des Lebens, d.h. Reizbarkeit, Wachstum, Fortpflanzung, Mutation und Bewegung. Andererseits besteht Leben, nach historischen Persönlichkeiten wie Empedokles von Agrigent, aus vier Elementen, die sich zufällig vereinen bzw. abstoßen, aus Liebe oder Hass, wobei man anmerken muss, dass nur „sinnvolle Kombinationen“ auf der Welt bleiben. Diese Elemente sind Feuer, Wasser, Luft und Erde. Die griechische Mythologie besagt aber, dass der Samen des Lebens von den Sternen herunter auf die Erde kam (nach der Sage von Uranos und Gaia) und das kommt dem jetzigen Thema schon viel näher, denn die ersten Elemente, die wir aus dem Periodensystem kennen, entstanden durch ausgebrannte Sterne.
Herr Dr. Bräuckner meint nämlich, dass alles Leben auf der Erde aus chemischen Elementen bestehe, wie z.B. Sauerstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff oder in kleineren Mengen ebenfalls aus Calcium, Natrium, Kupfer, Fluor, Zink usw. Dies weist Ähnlichkeiten mit der uns vorgestellten „Panspermie-Hypothese“ auf, mit der sich Mediziner sowie Physiker beschäftigen. Diese besagt nämlich, dass das Leben auf unserer Erde eigentlich durch Himmelskörper im Weltall entstanden ist und erst später auf unseren Planeten kam. Dass Bausteine des Lebens, wie Amino- und Fettsäuren oder Nukleotide, durch Experimente mit z.B. Ammoniak entstehen können, ist bereits bewiesen, aber wie genau sich daraus Leben entwickelt, ist ungeklärt.
Eine andere Frage bzgl. der Panspermie-Hypothese ist jedoch auch, ob Lebewesen überhaupt Weltraumbedingungen (d.h. ein Vakuum, Temperaturschwankungen, kosmische Strahlung, usw.) überleben könnten. Getestet sollte dies bereits bei der Apollo Mission 12 im Jahre 1966/67 werden, als eine Sonde zum Mond gesendet wurde. Tatsächlich wurden Bakterien auf der Maschine gefunden, jedoch lässt sich durch spätere Tests vermuten, dass diese sich bereits beim Bau auf der Sonde verbreiteten – durch unsaubere Arbeit.
Insgesamt kann man sagen, dass die Frage, wie Leben genau entstanden ist, unabhängig von jener Definition, für die man sich entscheidet, unbekannt bzw. nicht völlig bewiesen ist — diese Frage ist eine der komplexesten und größten Rätsel der Wissenschaft.
Wenn wir dies jedoch nicht beantworten können und uns unsicher sind bzgl. der Frage, ob wir alleine in diesem Universum leben, dann könnten wir zumindest überlegen, ob unsere Bevölkerung außerhalb der Erde überleben würde. Auf den uns bekannteren Planeten, wie z.B. Venus, Mars und Jupiter ist es nicht möglich, obwohl es evtl. mal Leben auf dem Mars gegeben haben könnte, aber das stoppt Forscher nicht auf ihrer Suche nach anderen habitablen Zonen. Wie kommt es aber zur Vermutung, dass der Mars jemals belebt war? Vielleicht durch Forschungsergebnisse, die beweisen, dass es auf diesem Planeten mal flüssiges Wasser gab, jedoch ist es heutzutage nur noch im festen Aggregatzustand am Nordpol vorzufinden oder auf Bergen wie dem bekannten Olympus Mons. Dies ist dem Abglühen des Mars zu verdanken, aber er verlor bereits nicht nur flüssiges Wasser, sondern auch sein Magnetfeld und besitzt an Leben nur noch einfache organische Bausteine. Würden wir jedoch als Menschen auf den Mars ziehen wollen, so müssten wir alle eine Flugzeit von sechs bis neun Monaten einplanen in einem Zeitfenster, welches nur alle zwei Jahre vorkommt. Solche Reisen wären jedoch höchstwahrscheinlich erst 2040 realisierbar und nicht für den durchschnittlichen Menschen möglich.
Eine Idee, die noch schwerer durchzuführen wäre, wäre das Leben auf dem Saturn, welcher nur im Inneren flüssiges Wasser besitzt und ansonsten diesen Stoff im festen Zustand aufzeigen kann. Dies geht fast allen seiner 274 Monde (wie z.B. dem Enceladus) ebenfalls so, wobei dort die Eisschicht oft durch die aggressive Gravitationskraft des Gasriesens eingerissen ist. Dennoch gibt es viele Interessenten an der Idee eines Lebens im Inneren des Planetens.
Mit diesen zahlreichen Hypothesen wird jedoch nicht nur spektakuliert, sondern auch gerechnet, z.B. mit der „Drake-Gleichung“. Diese meint, die Anzahl der existierenden, intelligenten Zivilisationen in einer Galaxie mithilfe reiner Schätzwerte ausrechnen zu können. Je nach den benutzen Werten kann das Ergebnis sich zwischen Null und 500.000 errechnen.
Dass es trotzdem immer noch so viele hoch motivierte Menschen für die Suche nach Außerirdischen gibt, liegt an Hoffnungsschimmern wie dem einmaligen „Wow-Signal“, welches höchstwahrscheinlich eine Störung im Stromnetz war oder durch einen Kometen entstand. Versuche der Kontaktaufnahme mit Aliens gibt es aber nicht nur heutzutage, sondern seit 1977 durch die Voyager-Datenplatten, die als Flaschenpost im Weltall dienen. Eine Antwort auf jene Nachricht steht bis jetzt aus.
Abrundend kann man sagen, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis für Leben außerhalb der Erde gibt, jedoch ist es nicht auszuschließen, da man, nach der Philosophie der Wissenschaft, nie beweisen kann, dass es etwas nicht gibt. Aber selbst Dr. Bräuckner meint, dass die Idee uns ähnlicher Lebewesen nicht komplett unrealistisch sei, da es immerhin noch 5500 uns bekannte Exo-Planeten mit eigenem Sonnensystem gibt, somit ist unsere Milchstraße vielleicht nichts Besonderes, sondern die Regel. Man bräuchte empfindlichere Messgeräte, aber es ist interessant anzumerken, dass es mind. 130 weitere habitable Zonen gibt, jedoch liegen diese Sonnensysteme mehr als 40 Billionen Kilometer von uns entfernt und wir bräuchten 77.000 Jahre, um das uns nächste zu erreichen.
Aber auch wenn all diese Fragen nicht genau geklärt werden können, ist der gesamte NaWi-Kurs allen Beteiligten dankbar, die uns diese Sonderstunde möglich gemacht haben. Das schließt das Physik im Advent-Team und die Teilnehmer an diesem freiwilligen Wettbewerb, Herrn Eggert und Dr. Bräuckner selber ein, welcher ebenfalls einen Podcast besitzt – für die, deren Interesse an der Astronomie und Astrophysik geweckt wurde.
Aliza Mahmood
Bild erstellt von Cosma Steiger – Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record (Stand: 17.02.26), https://www.eso.org/public/germany/images/eso0907a/ (Stand: 25.02.09), https://www.focus.de/wissen/revolutionaere-these-forscher-vermuten-zweite-erde-in-unserem-sonnensystem_id_208914450.html (Stand: 22.09.23), https://www.dlr.de/de/next/multimedia/richards-gute-nacht-geschichten (Stand: 23.01.26), https://en.wikipedia.org/wiki/Gliese_486 (Stand: 04.03.26)
