Kursfahrt nach Krakau – ein unvergessliches Erlebnis

Klassenfahrten und Exkursionen

Montag, der 11. August 2025. In Thüringen beginnt das neue Schuljahr. Für uns 12er steht damit das letzte Jahr in der Schule an. Doch während die meisten Schülerinnen und Schüler sich auf den Schulhöfen von Haus I und II treffen, werfen wir unsere Koffer in den Reisebus und starten unsere Reise ins Unbekannte. Gemeinsam mit Frau Trute, Herrn Schroeter und, als kleine Überraschung, auch Frau Görg, die sich diese vermutlich letzte Klassenreise nicht nehmen lassen wollte.

Um 7:30 Uhr trafen wir uns also am Busbahnhof in Sondershausen und um 8 Uhr setzte unsere Busfahrerin Marie den Bus in Richtung Osten in Bewegung.

Die Busfahrt an sich verlief ohne Zwischenfälle. Wir schliefen, schauten Filme, hörten Musik oder zählten grüne Autos auf der Gegenfahrbahn. Nach einer langen Fahrt mit einigen Pausen auf verschiedensten Raststätten kamen wir gegen 18 Uhr an unserem Hostel in Krakau an, woraufhin direkt die Zimmer bezogen wurden. Nach einer kurzen Ansprache von Herrn Schroeter zogen wir dann auch schon in kleinen Gruppen in die Stadt, um uns etwas zum Abendessen zu besorgen. Um 22:30 Uhr trafen wir uns schließlich wieder vor dem Hostel und es wurde der Plan für den nächsten Tag durchgegeben.

Der Dienstag begann mit dem ersten Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Dort besichtigten wir das Stammlager Auschwitz I in einer dreistündigen Führung, in der wir uns die Ausstellung in den Baracken ansahen. Dabei konnten wir den Blick auf Schuhe, Brillen, Koffer, Fotos und tonnenweise abrasierte Haare werfen. Alles Zeugnisse der schrecklichen Dinge, die in Auschwitz passiert waren.

Am Nachmittag machten wir einen Workshop, bei dem stärker auf das Schicksal der Kinder in Auschwitz eingegangen wurde, indem wir Ausstellungstafeln gestalteten, wie wir sie uns in einer Ausstellung vorstellen könnten.

Am Mittwoch fuhren wir in das sechs Kilometer entfernte nordwestliche zweite Lager: Auschwitz II-Birkenau.Auch dort wurden wir in drei Stunden über das Gelände und durch einige Baracken geführt. Besonders in Erinnerung blieben mir dabei das Haupttor, die Kinderbaracke mit ihren Zeichnungen und die Ruinen der Krematorien 2 bis 5, deren Öfen von der Firma Topf & Söhne gebaut wurden. Zu den Ofenbauern von Auschwitz haben wir auch einen Artikel veröffentlicht.

Wenn ihr euch noch intensiver mit unseren Erlebnissen in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau beschäftigen wollt, findet ihr auch dazu einen Extrabeitrag unter der Kategorie „Haltung zeigen!“.

Am Nachmittag fand im Jüdischen Museum Galizien außerdem ein Gespräch mit der Tochter einer Zeitzeugin statt. Die Zeitzeugin lebte im Krieg in Krakau und befreite mit der Hilfe eines Freundes ihre jüdische beste Freundin aus dem Krakauer Ghetto. Für ihren Mut erhielt sie mehrere Auszeichnungen, darunter den Titel „Gerechte unter den Völkern”.

Den Donnerstag begannen wir mit einer Stadtführung, wobei wir Einblicke in die Stadtgeschichte, Legenden, das jüdische Viertel inklusive Synagoge sowie das ehemalige Ghetto bekamen. Der Nachmittag war frei gestaltbar und am Abend trafen wir uns alle zu einer Runde Schwarzlicht-Minigolf. Danach entschied sich ungefähr die Hälfte des Kurses, mit Frau Trute und Herrn Schroeter in eine Karaokebar zu gehen, wo fast jeder von uns sein Gesangstalent unter Beweis stellen konnte.

Am Freitag hatten wir den geschichtlichen Teil der Kursfahrt endgültig hinter uns gelassen und konzentrierten uns auf unseren Besuch im Achterbahn- und Wasserpark Energylandia. Bei den Achterbahnen blieb so manchem von uns die Luft weg, doch niemand konnte sich am Ende des Aufenthalts dort beklagen, er hätte keinen Spaß gehabt, denn das Anstehen für die Fahrgeschäfte lohnte sich jedes Mal.

Den letzten Abend unserer Reise verbrachte ein großer Teil des Jahrgangs im Fußballstadion, um sich das Spiel Cracovia Krakau gegen Widzew Lodz anzusehen, welches Krakau mit 1:0 gewann. Der Rest von uns vertrieb sich ein letztes Mal den Abend in den Straßen der Krakauer Altstadt, um noch einmal das Leben in vollen Zügen und bei gutem Essen zu genießen.

Am Samstag um 7:50 Uhr stand schließlich unser Bus abfahrtsbereit auf dem Parkplatz und setzte sich kurz darauf in Bewegung, die Lebendigkeit Krakaus hinter sich lassend und auf dem Weg Richtung Heimat. Gegen 18:30 Uhr kamen wir wieder in Sondershausen an, verabschiedeten uns von unserer Busfahrerin und unseren Lehrern und zogen nach dieser ereignisreichen Woche in unsere vertrauten Heime, um am Sonntag so richtig auszuschlafen.

Die Kursfahrt war keine Abschlussfahrt im klassischen Sinne, aber sie schenkte uns unvergessliche Erinnerungen, die uns noch lange begleiten werden. Ich fand sie durchaus gelungen, denn ich hatte neben dem historischen Hintergrund von Auschwitz eine tolle Zeit mit meinen Freunden, die ich nicht so schnell vergessen werde.

Cedric Penndorf

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