„Haltung zeigen!“ – Buchveröffentlichung von „Gegenwind“ – Junge Stimmen, die nicht schweigen

‼️ Haltung zeigen‼️ Wir schreiben gegen Extremismus - Das Anthologie-Projekt

Wir alle sind Menschen.

Wir alle wollen leben, lieben, Freiheit erfahren und Freude empfinden. Wir wollen unsere Zukunft gestalten, unsere Träume verwirklichen und in einer Welt leben, in der wir keine Angst davor haben müssen, anders zu sein. Und genau dafür müssen wir uns einsetzen. Aber nicht durch Krieg. Nicht durch Hass. Nicht durch das Verfolgen und Unterstützen extremistischer Stimmen, sondern indem wir unsere eigenen Stimmen nutzen, indem wir „Haltung zeigen!“, indem wir nicht wegsehen, wenn andere ausgegrenzt, verurteilt oder angegriffen werden. Wir müssen verstehen, dass wir viel mehr gemeinsam haben, als uns vielleicht manchmal bewusst ist. Wir sprechen eine Sprache, auch wenn wir unterschiedlich klingen, eine Sprache, die keine Grenzen kennt und keine Unterschiede macht. Mein Bruder, Cedric, erfand vor einiger Zeit einen ganz spannenden Aphorismus dazu:

Wir sind alle unterschiedlich. Das ist unsere größte Gemeinsamkeit.

Im Rahmen unseres Projekts „Haltung zeigen!“ schrieben wir während der diesjährigen Projektwoche unserer Schule gemeinsam mit dem Sondershäuser Autor und ehemaligen Schüler unserer Schule, Marty Sennewald, Texte gegen politischen Extremismus. Aus unseren Gedanken, Sorgen, Hoffnungen und persönlichen Geschichten entstand eine Anthologie: „Gegenwind – Junge Poesie und Prosa gegen politischen Extremismus“. Und nun liegt eine wunderbare Lesung zur Veröffentlichung dieses Buches hinter uns.

Am Dienstag, dem 03.11.2026, fand diese in unserer Aula statt – ein Abend voller Emotionen, bewegender Worte und vor allem einer gemeinsamen Botschaft: Wir dürfen nicht schweigen!

Nach dem grandiosen Ohrwurm „Bessere Welt“, der sogar mit Noten in unserem Buch abgedruckt ist und von Jarik Wolter und Cedric Penndorf geschrieben sowie vorgetragen wurde, sowie einem Grußwort von Herrn Brauer, der unser Projekt gemeinsam mit Frau Herper betreute, startete Herr Sennewald mit seiner Moderation und dem ersten Text direkt in die Lesung.

Mara und ihr poetisches Werk: „Keine Alternative“

Mara begann mit ihrem poetischen Text „Keine Alternative“, in dem es um die zunehmende Angst vor einer sich immer stärker verändernden Welt geht. Anschließend sprach Marty kurz mit ihr darüber, wie die Idee zu ihrem Text entstand und was sie dazu bewegte, diese Gedanken aufzuschreiben.

Nach ihr war unsere zehnjährige Charlotte mit einer so bemerkenswerten Geschichte an der Reihe, dass man meinen könnte, sie hätte ihr ganzes Leben lang nichts anderes getan, als solche Texte zu schreiben. In ihrer Kurzgeschichte „Der Platz neben ihr“ geht es um ein Mädchen, das in der Schule ausgegrenzt und gemobbt wird…

Charlotte mir der Erzählung: „Der Platz neben ihr“

Anschließend hielt ich meine Rede „Ich will doch nur leben“. Darin geht es um die Gedanken und Gefühle eines Jugendlichen, der sich fragt, wie er in dieser kaputten Welt eigentlich leben soll. Nach der Lesung sprach Herr Sennewald auch mit mir über meinen Text und über die Gedanken, die dahinterstehen.

Nach diesem Gespräch folgte mein Bruder Cedric mit seinem Brief „Liebster Urgroßvater“. Darin stellt er Fragen an unseren Urgroßvater und bringt seine Gedanken und Gefühle auf eine sehr emotionale Weise zum Ausdruck, sodass einige im Raum mit den Tränen zu kämpfen hatten. Ein Text, der zum Nachdenken anregte.

Falk mit der Rede: „Ich will doch nur leben“

Cedric mit dem Brief: „Liebster Urgroßvater“

Im Anschluss an Cedric folgte Emil mit seinem kurzen, aber unglaublich aussagekräftigen Prosa „Heute nicht“. Darin geht es um einen Jungen, der nach Hause kommt und sich die Wahlergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ansehen möchte.

Emil und sein Text: „Heute nicht“

Aliza zeigte anschließend mit ihrem Gedicht „Rechts und Links stehen zwei Seiten“, wie sehr sie die Frage beschäftigt, wo die Mitte der Politik eigentlich geblieben ist. Besonders eindrucksvoll bringt sie diesen Gedanken mit ihrem folgenden Vers zum Ausdruck: „Die Mitte, verschwunden ist sie nicht, liegt im Schatten dieser Mauer des Extremismus.“

Aliza – „Rechts und Links stehen zwei Seiten“

Pauline hatte ebenfalls ein Gedicht geschrieben, konnte an diesem Abend leider nicht selbst vortragen. Deshalb wurde ihr Beitrag von Frieda vorgelesen, die auch das Cover unseres Buches entworfen hat. Trotzdem kam die Botschaft unglaublich stark zur Geltung. „Mein Opa und die Jugend von heute“ erzählt die Geschichte eines Mädchens, eines Opas und von pinken Haaren.

Frieda liest das Gedicht von Pauline: „Mein Opa und die Jugend von heute“

Ben zeigte anschließend mit seiner Erzählung „Hundert Jahre später?“, wie schnell man in Verschwörungstheorien geraten kann und irgendwann nicht mehr weiß, was wahr und was falsch ist. Wir müssen hinterfragen, recherchieren und die Dinge immer wieder in einem kritischen Licht betrachten. Denn gerade in einer Zeit, in der Informationen überall und jederzeit verfügbar sind, ist es wichtiger denn je, selbstständig zu denken.

Ben liest: „Hundert Jahre später?“

Leo beschreibt im Anschluss mit seinem Gedicht „Wärter des eigenen Käfigs“ eine ganz alltägliche Situation zweier (scheinbar) völlig unterschiedlicher Menschen – hochgelobt von Marty Sennewald als ein Gedicht im klassischen Stil (und Leo in der Qualität völlig unbewusst). Mein Gedanke dazu: Lasst uns hinausgehen, mit bunten Flaggen und Schawarma* in der Hand, und zeigen, dass wir alle zusammengehören.

Leo und sein Gedicht: „Wärter des eigenen Käfigs“

Dana brachte im Anschluss mit ihrer Kurzgeschichte „Innere Ohnmacht“ zum Ausdruck, wie sehr die politische Situation insbesondere in Deutschland in unseren Alltag eingreift – qualitativ sehr hochwertig – sie könnte durchaus in eine Kurzgeschichtensammlung aufgenommen werden.

Dana liest: „Innere Ohnmacht“

Mia trug schließlich den letzten Text unserer Lesung vor. „Ich war dort“ ist ihre persönliche Reflexion über ihren Besuch in Auschwitz. Sie stellt in ihrem Slam-Poetry die spannende Frage nach der eigentlichen Bedeutung des Erbes von Auschwitz.

Mia und ihr poetischer Text: „Ich war dort“

Den gelungenen Abschluss bildete schließlich noch einmal der Song von Cedric und Jarik. Danach hatte jeder die Möglichkeit, gegen eine Spende ein Exemplar unserer Anthologie zu erwerben und damit ein Stück dieses Projekts mit nach Hause zu nehmen.

„Bessere Welt“ von Jarik und Cedric

Vielleicht können wir mit einem Buch allein nicht die Welt verändern. Aber irgendwo muss man anfangen. Und wenn wir mit unseren Texten auch nur einen einzigen Menschen dazu bringen, nachzudenken, hinzusehen oder seine eigene Haltung zu hinterfragen, dann haben wir bereits etwas erreicht.

Gegenwind entsteht nicht einfach so, sondern wenn Menschen sich entgegenstellen und den Mut haben, ihre Meinung zu sagen, auch wenn es unbequem wird. Und genau das haben wir getan. Wir haben unsere Stimmen erhoben. Und wir werden sie nicht wieder verstummen lassen.

Euer Falk Penndorf

*Schawarma ist ein klassisches Fleischgericht der arabischen Küche

Interesse geweckt? Die Anthologie enthält noch 22 weitere Werke. Sie kann jederzeit bei Frau Herper in der Schule und bald auch bei Frau Meng in der hiesigen Buchhandlung erworben werden!

Vielen Dank an die Unterstützer dieses Projektes: Marty Sennewald, Martin Brauer, Dagmar Ehrenberg und Cora Herper.

Das gesamte Buchprojekt wurde gefördert von „Denk bunt. Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“; „Freistaat Thüringen. Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie“; „Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben; „Partnerschaft für Demokratie im Kyffhäuserkreis“.

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