„Haltung zeigen!“- Ein Tag, den wir nicht vergessen werden, ein Tag in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

❗️Haltung zeigen ❗️ Klassenfahrten und Exkursionen

Am 29.05.2026 besuchten wir, die Klassen 9a und 9b, die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Um acht Uhr fuhren wir los. Anfangs war die Stimmung im Bus noch wie bei jedem anderen Schulausflug. Doch schon als wir ankamen, änderte sich das.


Das Erste, was wir sahen, war ein alter Eisenbahnwaggon. Dort erfuhren wir, dass in solchen Waggons Menschen unter unmenschlichen Bedingungen nach Mittelbau-Dora gebracht wurden. In diesem Moment wurde vielen von uns bewusst, dass dies kein gewöhnlicher Ausflug werden würde.

Nach einer freundlichen Begrüßung bekamen wir die Aufgabe, uns ein Bild auszusuchen und dazu eine Frage zu stellen. So lernten wir schon vor der eigentlichen Führung die ersten Geschichten kennen. Doch nichts bereitete uns wirklich auf das vor, was wir anschließend sehen würden.
Auf dem Appellplatz wurde es plötzlich still. Man wusste, dass genau hier täglich tausende Häftlinge antreten mussten, nach stundenlanger Zwangsarbeit, bei Wind, Regen oder Kälte. Bei jedem Schritt über das Gelände hatte man den Gedanken im Kopf, dass an diesem Ort Menschen gelitten haben und gestorben sind.



Besonders schockierend war das Lagergefängnis. Viele von uns waren erstaunt, wie viel dort noch erhalten ist. Gleichzeitig machte es uns sprachlos, die engen Räume und die grausamen Lebensumstände vor Augen zu haben. Noch bedrückender war die Hinrichtungsstätte. Manche wollten gar nicht näher herangehen. Obwohl dort heute nur noch die Überreste zu sehen sind, konnte man die Schwere dieses Ortes spüren.


Im Krematorium wurde dieses Gefühl noch stärker. Die erhaltenen Öfen und die Zeichnungen an den Wänden machten die Geschichte plötzlich greifbar. Man betritt diesen Raum und spürt etwas, das sich kaum beschreiben lässt. Eine Mischung aus Trauer, Beklemmung und Fassungslosigkeit. Ein weiterer besonderer Moment war der Gedenkplatz vor dem Krematorium. Dort legten wir Rosen nieder und gedachten gemeinsam der Opfer. Für einen Augenblick standen alle Gedanken still.


Am meisten bewegte viele von uns die unterirdische Stollenanlage. Es war kalt, dunkel und selbst für uns anstrengend, obwohl wir nur kurze Zeit dort waren. Wir fragten uns, wie lange wir diese Bedingungen aushalten würden. Der Gedanke, dass viele Menschen diesen Ort zum letzten Mal sahen, bevor sie starben, ließ uns nicht mehr los.


Als wir gegen 15:30 Uhr die Heimreise antraten, war die Stimmung eine ganz andere als am Morgen. Der Besuch war interessant und wichtig, aber auch schwer zu verarbeiten. Man fährt nicht einfach nach Mittelbau-Dora und geht wieder nach Hause wie zuvor. Die Geschichten, die Orte und die Schicksale der Menschen bleiben im Kopf. Es fühlt sich an, als würde man einen Stein auf der Seele mit nach Hause nehmen. Gerade deshalb ist es so wichtig, solche Orte zu besuchen und „Haltung zu zeigen“, damit wir nie vergessen, was passiert ist, und damit sich so etwas niemals wiederholt.

Adriana Schneider

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