Das Denkmal vor unserer Schule und dessen Hintergründe

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Vielleicht ist es euch schon einmal aufgefallen: Vor unserem Geschwister-Scholl-Gymnasium befindet sich ein Denkmal, an dem viele von uns täglich vorbeigehen. Doch wie viel wissen wir eigentlich über den Hintergrund dieses Ortes? Welche Geschichten verbinden sich mit den Menschen, an die dort erinnert wird? Und warum ist es wichtig, sich auch heute noch mit diesen Orten auseinanderzusetzen?

Mit genau diesen Fragen haben wir uns als Schülerinnen und Schüler beschäftigt. Seit 2023 arbeitet der Gewi-Kurs gemeinsam mit dem Schlossmuseum Sondershausen und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge an dem Projekt „Gedenken braucht Wissen“. Unser Ziel ist es, die Geschichte unserer Stadt an den Orten sichtbar zu machen, an denen sie tatsächlich stattgefunden hat.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war die Arbeit in einzelnen Gruppen. Dabei beschäftigten wir uns mit verschiedenen Gedenkorten und Denkmalen in Sondershausen. Jede Gruppe übernahm die Aufgabe, sich intensiv mit einem bestimmten Ort auseinanderzusetzen. Dazu gehörte die Recherche in historischen Quellen, das Auswerten von Dokumenten und Bildern sowie die Beschäftigung mit den Biografien und Schicksalen der Menschen, an die erinnert wird.

Unsere Arbeit bestand also nicht nur darin, Informationen zu sammeln. Wir wollten verstehen, was hinter den Namen, Jahreszahlen und Inschriften steckt. Wer waren die Menschen, deren Leben durch Krieg, Verfolgung oder andere Ereignisse geprägt wurde? Was geschah an den jeweiligen Orten? Und wie kann man diese Geschichte so vermitteln, dass auch andere Menschen einen Zugang dazu finden?

Aus den Ergebnissen dieser Gruppenarbeiten entstanden nach und nach Informationstafeln zu verschiedenen Gedenkorten. Jede Gruppe entwickelte dabei eine eigene Tafel, auf der die historischen Hintergründe verständlich und anschaulich dargestellt werden. So wurde aus der gemeinsamen Recherche ein sichtbares Ergebnis, das dauerhaft in unserer Stadt bleibt.

Mittlerweile wurde im Rahmen des Projekts bereits die dritte Gedenktafel veröffentlicht. Die neue Tafel befindet sich am Denkmal vor unserer Schule und ist damit an einem Ort entstanden, an dem täglich zahlreiche Schülerinnen und Schüler vorbeikommen. Gerade das macht sie für uns besonders wichtig. Denn Geschichte ist nicht nur etwas, das in Schulbüchern oder Museen stattfindet. Sie begegnet uns direkt vor unserer Haustür – manchmal sogar auf dem Weg zum Unterricht.

Die Veröffentlichung der dritten Tafel war deshalb ein besonderer Moment für alle Beteiligten. Sie zeigt, dass sich die intensive Arbeit der einzelnen Gruppen gelohnt hat und dass Schülerinnen und Schüler selbst dazu beitragen können, Erinnerungskultur in ihrer Stadt aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig bietet die Tafel nun auch anderen die Möglichkeit, mehr über den historischen Ort zu erfahren und sich mit seiner Geschichte auseinanderzusetzen.

Während unserer Arbeit haben wir außerdem gemerkt, dass sich unser eigener Blick auf das Denkmal vor der Schule verändert hat. Was früher für viele einfach zum Vorbeigehen dazugehört hat, bekommt inzwischen eine ganz andere Bedeutung. Wir wissen heute mehr über den historischen Hintergrund und schauen deshalb bewusster hin. Die neue Informationstafel macht es nun auch anderen möglich, diesen Ort mit mehr Wissen und Verständnis wahrzunehmen.

Auch für die Zukunft ist einiges geplant. Die Schule hat eine Kooperation mit dem Erinnerungsort Topf & Söhne vereinbart. Dadurch sollen Schülerinnen und Schüler weiterhin die Möglichkeit bekommen, Geschichte auch außerhalb des normalen Unterrichts zu erforschen und eigene Projekte zu entwickeln.

Für uns zeigt das Projekt vor allem eines: Erinnerung funktioniert nicht von allein. Man muss sich mit der Vergangenheit beschäftigen, Fragen stellen und bereit sein, auch unangenehme Kapitel der Geschichte anzuschauen. Die Arbeit in unseren Gruppen hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, Wissen nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzugeben. Denn nur wenn wir wissen, was passiert ist, können wir daraus für die Zukunft lernen.

Mia Abicht