Elfer in Weimar: Goethe- und Schillerarchiv – eine Reise in die Vergangenheit

Gastbeiträge Klassenfahrten und Exkursionen


Am 11.02. 2026 besuchten die elften Klassen unserer Schule das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar. Schon bei der Ankunft waren viele von uns überrascht: Das prunkvolle Gebäude passte so gar nicht zu unserer Vorstellung eines typischen Archivs, das man eher schlicht und unscheinbar erwartet hätte. Während der Führung wurde uns zunächst das Archiv im Keller gezeigt. Dort erhielten wir spannende Einblicke in die Verwaltung und Erhaltung der historischen Schriften. Wir erfuhren, wie aufwendig es ist, jahrhundertealte Dokumente zu lagern, zu schützen und für die Nachwelt zu bewahren. Außerdem wurde uns die Geschichte des Archivs nähergebracht.


Im ersten Obergeschoss erhielten wir weitere spannende Informationen, unter anderem über Johann Wolfgang von Goethe und seine Briefe. Es wurde deutlich, wie sehr es Goethe am Herzen lag, sein Leben und seine Gedanken schriftlich festzuhalten. Im Gegensatz dazu ging Friedrich Schiller deutlich lockerer mit Schriften um – er verwendete Manuskripte von sich selbst oder über sich sogar als Dämmmaterial in seinem Haus. Dieser Unterschied zeigte uns, wie verschieden die beiden Dichter mit ihrem schriftlichen Erbe umgingen. Goethe verfasste im Laufe seines Lebens eine enorme Anzahl an Briefen. Die wissenschaftliche Aufarbeitung und Verschriftlichung dieser Briefe ist so umfangreich, dass die Mitarbeitenden des Archivs voraussichtlich noch bis 2039 daran arbeiten werden. Ebenfalls im ersten Obergeschoss lernten wir die alte deutsche Schreibschrift kennen. Nach einer kurzen Einführung durften wir selbst eine kleine Nachricht in dieser Schrift verfassen. Anschließend falteten wir unsere Briefe auf historische Weise und versiegelten sie mit einem Stempel – eine spannende und kreative Erfahrung.


Zum Abschluss wurden uns originale Handschriften von Goethe sowie von Verwandten von ihm vorgelegt. Es war ein erstaunliches Gefühl, diese besonderen und sehr alten Dokumente direkt vor sich liegen zu sehen – ganz ohne schützendes Museumsglas dazwischen.
Nach der Archivbesichtigung hatten wir noch zwei Stunden Freizeit, die wir nutzten, um Weimar weiter zu erkunden und etwas von der kulturellen Atmosphäre der Stadt mitzunehmen.
Der Ausflug war nicht nur lehrreich, sondern auch eine besondere Begegnung mit der Geschichte, die uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Wir danken Frau Kühn-Lumm und Herrn Wünsche für die Organisation dieses spannenden Ausflugs!

Leo Westermeyer

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